Boberhaus

Das Boberhaus
soll wieder aufgebaut werden


Im Auftrag der Familie Zwirner entwarf der Architekt Prof. Poelzig das Haus, das später »Boberhaus« genannt wurde. Es stand ab 1910 in Löwenberg / Schlesien, heute Lwówek Śląski, durch das der Bober fließt. Anfangs ein Internat, wurde es 1926 bis 1937 von der Schlesischen Jungmannschaft, einer fortschrittlichen und unabhängigen Organisation innerhalb der bündischen Deutschen Freischar, inhaltlich und wirtschaftlich getragen. Das Boberhaus stand jungen Menschen ungeachtet der Parteizugehörigkeit, Herkunft, Berufstätigkeit oder der Weltanschauung offen. Elf Jahre wurde eine ausstrahlende Bildungs- und Erziehungsarbeit geleistet, etwa in Form von Volkshochschullehrgängen, musischer Erziehung, Freizeiten für berufstätige oder erwerbslose Jugendliche, Volkskunde, Tagungsstätte, Landheimaufenthalte. Am 9. November 1937 enteignete die NSDAP die Schlesische Jungmannschaft und übernahm entschädigungslos das Boberhaus, fortan war es Jugendherberge der Hitler-Jugend, Wehrmachtslazarett, Lager für Zwangsarbeiterinnen. Vermutlich am 12. Februar 1945, rund 35 Jahre nach Einweihung brannte das Boberhaus zur Ruine nieder. Nur die Terrasse existiert noch.
Jetzt bemüht sich eine städtepartnerschaftliche Initiative zwischen Heidenau und Lwówek Śląski um den Wiederaufbau als Europäische Jugendbegegnungsstätte.

Standort (Google Earth): 51.104114° N   15.594143° O
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